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Liebe Besucher! Seien Sie herzlich willkommen bei Ihrem virtuellen Besuch an dieser alten Pilgerstätte „St. Maria an der Heiden“. Dazu möchten diese Informationen Ihnen eine kleine Hilfe sein. |
Sie besuchen eine Stätte
der Volksfrömmigkeit, zu der seit Jahrhunderten Menschen von nah
und fern kommen, um in ihren Anliegen und Nöten zu dem Heiligtum
der Kapelle „Maria mit dem Kind“ zu beten. Legendär
ist die Geschichte, die von dem Fund einer Muttergottesfigur in einer
Quelle berichtet, weshalb an dieser Stelle eine Kapelle errichtet werden
sollte.
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Historisch ist, dass die Herrschaft von Elmpt im Jahre 1692 ein Gesuch an den Bischof von Roermond gerichtet hat, hier eine Kapelle bauen zu dürfen. 1703 wird im Visitationsbericht die Kapelle erwähnt wie bei der Visitation 1696“. Das bezog sich auf den ältesten Teil der Kapelle, das Chor, in dem sich der Lütticher Spiegelschrank hinter dem Altar die Madonnenfigur aus Holz befindet. In dem Inventarverzeichnis von 1864 wird sie unter Nr.: 1 aufgeführt als „Marienfigur, ein gekleidetes Bild“. 1984 sollte das Bildnis zur 250 Jahrfeier der Kapelle ein neues Gewand erhalten. Dabei entdeckte man die jetzt sichtbare gute Farbfassung der Restaurierung von 1954. |
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Der Zustrom von Pilgern veranlasste die Pfarrgemeinde Elmpt, zu der die Kapelle gehört, schon 1734 die Kapelle zu erweitern zum heutigen Ausmaß. Ein „Bettelbrief“ des Elmpters Pastors an die umliegenden Gemeinden erinnert an diese Baujahr. Dieser Kapellenraum wurde ausgeschmückt mit den beiden 2003 restaurierten Barockaltären links und rechts vor dem Chorraum. Die Jahreszahl 1738 könnte auf den Zeitpunkt der Aufstellung hindeuten. Auf dem Altarbild der linken Seite ist ein Besuch Mariens bei ihren Eltern, der hl. Anna und dem hl. Joachim, den Großeltern Jesu, dargestellt, während auf dem rechten Bild der hl. Josef mit dem Jesuskind spazieren geht. So findet der Betrachter in den drei Bildern auf einen Blick die „hl. Großfamilie“. |
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An der rechten Wand hängt nach langer Restaurierung wieder seit Mai 1992 ein Bild des Brüsseler Malers Oliveris Pirotte, gemalt 1759. Es stellt dar die Begegnung Christi mit einer Ordens Stifterin (Therese von Avila), zu der Christus in französisch spricht: Eure Klöster sind meine Freude! |
Der kleine Zelebrationsaltar wird von den Säulen
getragen, die früher als Stütze der Orgelempore in der Pfarrkirche
dienten. |
Längst aber ist der
Blick des Besuchers auf den flandrischen Schnitzaltar an der linken
Wand haften geblieben. Dieses kostbare Kleinod lädt auch den Kunstbetrachter
zum Verweilen ein. Er ist einer der wenigen ganz erhaltene Altäre
aus der Werkstatt des Schnitzers Johannes Valle und des Malers Jan Pree,
die zwischen 1525 und 1545 in Antwerpen arbeiteten. Die Herkunft aus
Antwerpen ist verbürgt durch die eingebrannte schwarze Hand (daumengroß)
in einzelnen Schnitzbildern. Solche Altäre wurden die Lukasgilde
in Antwerpen weitverbreitet und sind heute noch in Kempen und Xanten
zu finden. Wie dieser Altar in die kleine Kapelle gekommen ist, war
lange ein Rätsel, bis eine Veröffentlichung im Heimatbuch
des Kreises Viersen 1977 Aufklärung brachte. Danach hat die Äbtissin
des Klosters Gräfenthal Charlotte von Geldern ihres Schwester,
Freiin von Geloes, Besitzerin von Haus Dilborn, bewogen, „den
schönen geschnitzten Altar, so gantze leben und dodt Christi unseres
Erlösers vorstellt, in der Mutter Gottes Capel zu Elmpt zur Veneration
aufzustellen, weil sie bis dato auf ihrem Haus kein bequemes orth dazu
hette“. So dokumentiert am 09.August 1761 auf Haus Dilborn. Alle Bilder des Altares stehen in engem Zusammenhang mit der Feier der hl. Messe, in der Erlösertod Christi gegenwärtig gesetzt wird. Dies ist auf der Rückseite der Flügelbilder (nur zu sehen bei geschlossenen Altar) in der sogenannten Gregorsmesse dargestellt. Nach der Legende erschien dem Papst nach der Wandlung Christus in lebendiger Gestalt und zeigte seine Wundmale. Die Hostie nicht abgebildet. Ein Thema in den theologischen Auseinandersetzungen der Reformationszeit. Links und rechts neben der Gregorsmesse sind Vorbilder für die hl. Messe: das Opfer Melchisedechs und Abrahams und das letzte Abendmahl. Ganz oben sieht man bei geschlossenem Altar die Szene Jesus mit der Samariterin, zu der er von der Leben-verheißenden Gabe Gottes spricht. Diese Gabe ist dem Menschen durch die Erlöserhingabe geschenkt. In der Mitte des geöffneten Altars findet man unten 6 Bilder aus der Kindheit Jesu: Verkündigung, Maria und Elisabeth, Geburt Jesu, Anbetung der Weisen, Beschneidung und Darstellung im Tempel. Die Hauptdarstellung beginnt mit dem linken Flügelbild: Jesus im Garten Gethsemane und „die Gefangennahme“. Dann darüber „Jesus vor Pilatius“. In dem linken großen Schnitzwerk „die Kreuztragung Jesu“. In den oberen Ecken dieses Bildes sind kleine Darstellungen von der Geißelung und Dornekrönung zu finden. Das Hauptbild zeigt in bewegten Einzelszenen die Kreuzigung Jesu zwischen den beiden Schachern als Höhepunkt des Altares, darunter Soldaten und diskutierende Pharisäer und Maria mit den Getreuen Jesu. Das rechte große Schnitzbild ist der Abnahme Jesu vom Kreuz gewidmet. Darüber ein Gemälde der Auferstehung Christi. Diesem Bild schließt sich nach rechts die Himmelfahrt Christi und die Sendung de hl. Geistes an. Die Früchte der Erlösung fließen den Menschen in den Sakramenten zu. Diese sind in dem Rahmen um die Kreuzigungsszene zu finden: von links unten im Uhrzeigersinn Taufe, Firmung, Priesterweihe, Kommunion, Beichte, Ehe. Die Krankensalbung ist in der linken Ecke des Kreuzabnahmebildes zu sehen. |
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Die Fenster aus der Mitte des 19. Jh. Wurden 1982 restauriert. Sie stellen Szenen aus dem Leben Mariens dar, von links hinten nach rechts vorne: die Verkündigung (nur auf der Empore zu sehen), dann die Geburt Jesu, Maria und Elisabeth; auf der rechten Seite von vorne nach hinten: Maria zertritt der Schlange den Kopf, Maria Himmelfahrt und Maria mit dem Kind, dem hl. Domikus und Papst (neben dem Aufgang zur Empore). In den Jahren 1982/83 wurde die Orgel aus ihrem jahrzehntelangen Schlaf zu neuem Leben erweckt und wieder auf der ebenfalls restaurierten Orgelempore auf ihren alten Platz gerückt. Sie hat 8 Register und stammt aus dem Jahre 1859. |
| Nicht zu vergessen sind die alten
Rokobänke vorne links und rechts, die sehr schön geschnitzte
Wangen haben, aber nicht gerade bequem sind.
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Die Kapelle ist mit großem Aufwand von der Pfarrgemeinde restauriert worden und bietet sich nun um als Schmuckkästchen dar. Vor allem in den Sommermonaten ist die Kapelle Ziel vieler Pilger und Ausflügler. Die Gnadenkapelle ist ein über die Ortsgrenzen hinaus geschätztes Kleinod. Jeden Donnerstag um 16:00 Uhr und jeden Samstag zum 18:30 werden hier hl. Messen gefeiert. |
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